Für einige Hunderassen gibt es bereits spezifische Gentests, die es ermöglichen, „normale“ Hunde von Hunden, die „Träger“ eines spezifischen mutierten Gens sind, zu unterscheiden.
Die genetische Information eines jeden Hundes ist in seiner DNA gespeichert. Wie ein komplexer Bauplan enthält die DNA wichtige Informationen über das Aussehen, die Gesundheit und das Verhalten. Moderne Analysemethoden ermöglichen es heute, gezielt bestimmte genetische Varianten nachzuweisen oder große Teile des Erbguts gleichzeitig zu durchsuchen.
Da DNA-Analysen zunehmend effizienter werden und gleichzeitig immer mehr genetische Varianten entdeckt werden, sind große Screenings, wie z.B. das Paket LABOGenetics XXL Hund, im Trend.
Für Züchter, Besitzer und Tierärzte eröffnet dies neue Perspektiven in der Zuchtplanung und der Gesundheitsvorsorge, und bringt gleichzeitig auch die Herausforderung mit sich, die Ergebnisse korrekt zu interpretieren und in der Zuchtpraxis anzuwenden.
Genaugenommen wird in 3 Kategorien unterschieden:
Normal (homozygot normal)
Träger (heterozygot)
Betroffen (homozygot betroffen)
Erklärung: Jedes Chromosom und somit auch Gen ist doppelt vorhanden (je ein Chromosomensatz vom Vater und von der Mutter). Die Ausprägung eines Gens (Allel) kann jedoch unterschiedlich sein.
Ist die Ausprägung beider entsprechender Gene gleich, so ist das Individuum homozygot. Ist die Ausprägung beider entsprechender Gene ungleich, so ist das Individuum heterozygot.
In Bezug auf Erbkrankheiten, basierend auf einer Gen-Mutation, gilt Folgendes: Sind beide Ausprägungen eines Gens (beide Allele) normal, so ist der Hund homozygot „normal“. Ist ein Allel normal und das andere mutiert, so ist der Hund heterozygot und gilt als „Träger“ des mutierten Gens, wird aber selber nicht erkranken, wenn es sich um eine rezessiv erbliche Krankheit handelt.
Sind beide Ausprägungen eines Gens (beide Allele) mutiert, so ist der Hund homozygot „betroffen“ und erkrankt im Laufe seines Lebens an der spezifischen Erbkrankheit.
Im Unterschied zu rezessiv erblichen Krankheiten, wo beide Ausprägungen des Gens (Allele) mutiert sein müssen, damit es zum Auftreten der Erbkrankheit kommt, ist bei dominant erblichen Krankheiten bereits die Mutation eines Allels ausreichend für das Auftreten der spezifischen Erbkrankheit.
Handelt es sich um eine rezessiv erbliche Krankheit, so werden oftmals „Träger“ (Hunde, die heterozygot für die spezifische Mutation sind) zur Zucht zugelassen mit der Auflage, dass sie nur mit „normalen“ Hunden gepaart werden. Aus der Paarung eines „Trägers“ mit einem „normalen“ Hund entstehen Nachkommen, die entweder „normal“ sind oder selber wiederum „Träger“ sind, jedoch keine Nachkommen, die an der spezifischen Mutation erkranken.
Da weder „normale“ Hunde noch „Träger“ klinisch erkranken, können solche Hunde nur mittels Gentest unterschieden werden.
Der Vorteil von Gentests ist, dass bereits bei Welpen und jungen Hunden VOR einem möglichen Zuchteinsatz getestet werden kann, ob der Hund „normal“, „Träger“ oder „betroffen“ ist.
Da viele Erbkrankheiten erst im Laufe des Lebens klinisch erkennbar werden (obwohl die Genmutation bereits von Anfang an vorhanden ist), kann es passieren, dass Hunde bereits zur Zucht eingesetzt wurden, und erst später die Diagnose einer Erbkrankheit gestellt wird. Somit haben sich über viele Jahre diverse Erbkrankheiten ausgebreitet.
Viele erbliche Augenerkrankungen sind rezessiv vererbt, d. h. für eine klinische Erkrankung muss der Hund das mutierte Gen doppelt in sich tragen. Wird nun ein „Träger“ oder ein „betroffener“ Hund mit einem „normalen“ Hund gepaart, so entstehen nur „Träger“ oder „normale“ Hunde, jedoch keine „betroffenen“ Hunde. Auf diese Art kann verhindert werden, dass weiterhin viele Hunde an einer bestimmten Erbkrankheit erkranken.
Seit 2025 wird das umfangreiche genetische Screening 'LABOGenetics XXL' von Laboklin mit über 340 genetischen Varianten angeboten. Von meinen Hunden befinden sich die Testresultate direkt beim Hund.
Gentests erlauben den Nachweis für nur jeweils eine Mutation eines spezifischen Gens.
Kann eine Erbkrankheit jedoch von mehreren verschiedenen Mutationen oder von mehreren verschiedenen Genen verursacht werden, so kann der Hund zwar „normal“ sein in Bezug auf die getestete Mutation des getesteten Gens, aber dennoch erkranken, falls er ein anderes mutiertes Gen (homozygot) trägt, das ebenso das gleiche Krankheitsbild auslösen kann.
Leider ist unbekannt, wie viele Mutationen in jeder Hunderassen existieren. Ausserdem können neue Spontanmutationen zu neuen Erbkrankheiten führen.
Wichtig zu wissen ist, dass es z.B. neben den erblichen Augenerkrankungen, die mittels Gentest festgestellt werden können, auch viele Augenerkrankungen gibt, für die es keine Gentests gibt, oder die nicht erblich sind.
+41 (0) 76 512 03 67
Boston Terrier von Fargerit
Margrith Graf
Steinbachstr. 63
CH-3123 Belp
Viele Menschen wünschen sich einen Hund an ihrer Seite. In Gedichten und Geschichten wird der Hund als der beste Freund des Menschen und als treuer Begleiter beschrieben. Allerdings übernimmt der Hundebesitzer auch eine sehr grosse Verantwortung – und das ein ganzes Hundeleben lang.
Deshalb sollten Sie sich vor der Anschaffung eines Hundes, egal ob Welpe, Junghund, erwachsener Hund oder Senior, umfassend informieren und sich ein paar Fragen beantworten. Zu den Fragen…
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